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Kriterien für ein Seniorenhandy
Handys sind auch bei Senioren immer beliebter und werden zu einem unverzichtbaren Alltagsbegleiter. Jedoch sind viele Geräte viel zu kompliziert aufgebaut. Und einfachere Handys kosten meist nicht weniger als technisch ausgefeiltere. Was kann ein älterer Mensch tun, der einfach nur telefonieren will, um an ein geeignetes Mobiltelefon zu kommen? Worauf ist zu achten? Was sind die zentralen Kriterien für ein seniorengerechtes Gerät? Was ist an einem Seniorenhandy anders? Diesen Fragen wird im Folgenden nachgegangen.
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Wichtig: Reduzierung auf die Telefonfunktion
Im Gegensatz zu den komplizierten Handys verzichten Seniorenhandys auf die Extras. Das Telefonieren sowie das Verschicken und Empfangen von SMS sind die zentralen Funktionselemente, die meist nur durch nicht störende Elemente wie ein Radio ergänzt werden. Schnickschnacks wie eine Kamera sind nicht dabei. Auch die Bedienungsanleitung muss möglichst einfach gehalten sein und auf Fachbegriffe verzichten.
Das funktionale Ausgleichen von Handicaps: Schwerhörigen- und Großtasten-Handys
Im Alter von achtzig Jahren sind nahezu 100 Prozent der Menschen schwerhörig. Deshalb muss das Handy eine besondere Hörerlautstärke erreichen. Bei einigen Handys wird die normale Lautstärke um bis zu 30 Dezibel erhöht. Außerdem sollte die Lautstärke während eines Telefonats leicht regulierbar sein. Oft ist auch eine sehr laute Freisprechfunktion vorhanden, die meist mit nur einer einzelnen Taste ein- und ausgeschaltet werden kann, so dass das dauerhafte Halten des Apparats nicht zwingend notwendig ist. Ebenfalls nützlich ist bei Hörbeschränkungen die zusätzliche Anrufsignalisierung durch ein sehr helles LED-Signal und einen zusätzlichen Vibrationsalarm.
Auch ausgeprägtere Sehschwächen sind im Alter normal und erfordern technischen Anpassungen. Deshalb wurden Großtasten-Handys eingeführt, die es bereits ab 80 Euro gibt. Die Preisspanne selbiger geht bis in den Bereich von 200 Euro hinauf. Sie helfen Menschen mit Sehschwächen, besser mit dem Gerät umgehen zu können und sich leichter zu orientieren. Nicht nur die Tastatur ist erheblich größer, sondern auch die Darstellungen von Symbolen und Zahlen auf dem Display.
Die Bedeutung der Notruffunktion
Von entscheidender Bedeutung kann bei einem Seniorenhandy die Notfallfunktion werden. Diese kann unterschiedlich ausgestaltet werden. Auf Knopfdruck versendet ein Handy beispielsweise an bis zu 5 vorher hinterlegte Nummern eine Notruf-SMS und schaltet das Handy auf automatische Rufannahme und Freisprechen. Dabei muss natürlich vorher geklärt werden, wer solche Notrufe bekommen soll, was in diesem Zusammenhang die praktischste Lösung ist. Das Handy kann prinzipiell den Hausnotruf ersetzen, wenn über eine Notruftaste ein ambulanter Hilfsdienst erreicht wird. Die Notruffunktion muss zuverlässig sein. Dies ist auch ausreichend zu testen.
Das Aufladen des Akkus
Ältere Menschen sind oft vergesslich und lassen sich durch kleine Mängel leicht verunsichern. Wenn dem Handy "der Saft" ausgeht, dann können Senioren in Panik geraten. Sie glauben dann möglicherweise, das Gerät sei kaputt. Deshalb gibt es bei einigen Anbietern eine Tischladestation. Wichtig ist, dass auch der Vorgang des Aufladens durch Routine in den Alltag der Senioren integriert wird. Denn man darf nicht vergessen, dass viele Senioren das alte Festnetz-Telefon mit Kabel gewohnt sind, das nicht aufgeladen werden muss wie ein kabelloses Telefon.
Der Testsieger bei Stiftung Warentest...
… heißt Doro Phone Easy 410 gsm. Allein der Name mit seinem Anglizismus und seiner komplizierten Typenbezeichnung spricht eigentlich gegen einen Sieg im Test. Doch die Vorteile des Handys werden bei der Benutzung offensichtlich:
• Mit 149 Euro ist es relativ erschwinglich auch für Rentner
• Die Menüführung ist einfach und übersichtlich
• Die Tasten sind groß und leicht bedienbar
• Die Symbole im Display sind groß und leicht erkennbar
• SMS können leicht geschrieben werden
• Dieses Handy ist das Einzige, das für Menschen mit Hör- und Sehschwäche gleichermaßen nutzbar ist
Empfehlenswert: Handy-Trainings für Senioren
Obwohl Senioren sich das Handy genauestens von den Verkäufern zeigen und seine Funktionen in dessen Beisein ausprobieren sollten und auch die Hilfe von Angehörigen in Anspruch nehmen sollten, ist ein Kurs in der Nutzung von Handys durchaus sinnvoll. Volkshochschulen und spezielle Senioreneinrichtungen bieten diese Kurse preisgünstig an. Hier kann man Fragen stellen und üben, denn es gibt keine dummen Fragen. Das Training bewirkt jedoch, dass das Handy als Alltagsgegenstand wahrgenommen wird und nicht als etwas Exotisches, Befremdliches. Informationen darüber finden sich in kommunalen Informationsblättern.
Kosten und Nutzen in ein Verhältnis bringen
Bei Lidl gibt es Seniorenhandys schon für 60 Euro. Aber man darf nicht nur auf den Preis achten, sondern auch auf die oben beschriebenen wesentlichen Funktionen. Im Internet lohnt es sich, bei amazon.de die Bewertungen von Seniorenhandys zu lesen. Die Stiftung Warentest hat in seiner April-Ausgabe einen guten Überblick über Seniorenhandys veröffentlicht. Vergleiche lohnen sich, können aber Vor-Ort-Beratungen durch Fachverkäufer nicht ersetzen.
Bei allen Versuchen zur Vereinfachung der Technik werden weiter Bezeichnungen wie Bluetooth verwendet, die Verwirrung stiften können. Es ist wirklich wichtig, nur die wesentlichen Funktionen anzubieten. Um den optimalen Nutzen zu haben, kommt es vor allem darauf an, das Handy nur dann zu kaufen, wenn der Senior das Telefonieren beherrscht.
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