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Halluxfälle nehmen zu
Schön sieht er nicht aus und schmerzhaft ist er auch. Der Hallux valgus, die Fehlstellungen der Zehen, nehmen stetig zu. Highheels sind dabei nicht ganz unschuldig. Schlussendlich hilft nur eine Operation.
Die Wangen geliftet, der Bauch abgesaugt, die Lippen aufgespritzt und neuerdings auch die Zehen gekürzt. Der hippste Trend der Schönheitsoperationen ist bei den Füßen angekommen. Frei nach dem Filmmotto: Was nicht passt, wird passend gemacht, werden Zehen gekürzt, damit sie in die edlen Manolo Blahnik Schuhe passen.
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Für den erfahrenen Fußchirurgen Dr. Diab Diab, leitender Oberarzt der Orthopädie im Sankt Elisabeth Hospital in Gütersloh, eine unbegreifliche Vorstellung. „Der Fuß ist ein unglaublich komplexes Körperteil. Wenn er funktioniert, aus Schönheitsgründen zu operieren, ist mehr als zu hinterfragen.“
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In seinem Alltag wird Dr. Diab noch nicht mit Schönheitsoperationen konfrontiert, sondern es sind Fehlstellungen der Zehen, die ihm tagtäglich unter die Augen kommen. Eine der häufigsten, die überwiegend Frauen betrifft, ist der Hallux Valgus, auch Ballenzehen genannt. „Die Erkrankungen mit Hallux valgus sind zunehmend. Ein entscheidender Grund ist, dass kein passendes Schuhwerk getragen wird. Es spricht nichts gegen Stöckelschuhe, aber wenn man ständig auf ihnen läuft, provoziert das eine Fehlstellung.“
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Doch auch Birkenstockträger bleiben von dieser Fehlstellung nicht verschont. „Die familiäre Veranlagung ist auch ein ganz entscheidender Faktor“, erklärt Dr. Diab. Wenn Oma oder Mama schiefe Zehen hatten, kann die Fehlstellung kaum vermieden werden. Richtiges Schuhwerk und gezielte Gymnastik können die Verformung herauszögern, aber nicht stoppen. Spezielle Einlagen oder diverse Schienen helfen die Schmerzen zu lindern, wirken sich auf die Fehlstellung allerdings nicht aus.
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„Es sind ja nicht nur die Knochen, die nicht passen, sondern das Problem ist sehr viel komplexer. Auch die Muskulatur und Sehnen sind in Dysbalance. Und da führt irgendwann zu masiven Schmerzen. 99 Prozent der Patienten suchen einen Arzt wegen massiver Beschwerden auf,“ so Dr. Diab aus seiner Praxis.
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Heutzutage ist niemand mehr bereit, Einschränkungen in der Lebensqualität hinzunehmen. Bei zahlreichen Betroffenen sind Spaziergänge oder Wanderungen von der Freizeitliste gestrichen.
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Wenn der Schuh also massiv drückt, hilft nur noch eine Operation, die vielen Patienten Angst macht. „Sie muss von erfahrenen Fußchirurgen gemacht werden, denn jeder Hallux stellt sich anders da. Wie sind die Muskeln und Bänder durch die Fehlstellung beeinflusst? Ist der Mittelfußknochen in Leidenschaft gezogen? Der Fuß ist eine Einheit und der Operateur muss das gesamte Umfeld betrachten und untersuchen.“, so Dr. Diab, der Hallux Patienten rät, eine Operation nicht bis zum schmerzhaften Ende herauszuzögern. Die Sorgfalt in der Analyse ist notwendig. „Wenn nur die Knochen gerichtet werden, kann der Hallux nach ein, zwei oder drei Jahren wieder zurückkommen.“
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Die Operation eines Hallux valgus ist relativ kompliziert. Während frühere Operationsverfahren vor allem darauf ausgerichtet waren, die krumme Großzehe wieder zu begradigen und den störenden Ballen „wegzuschneiden“, versucht man heute meist das Gelenk zu erhalten und die natürlichen Verhältnisse soweit wie möglich wieder herzustellen. Dazu wird ein individuelles Behandlungskonzept mit unterschiedlichen Methoden erstellt.
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Marktschreierische Angebote die versprechen neue Methoden entwickelt zu haben mit denen man nach vier Tagen wieder gehen kann und bei denen beide Füße zu gleich operiert werden, stellen sich bei genauer Betrachtung als Augenwischerei heraus.
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„Nach der Operation, die zwischen 45 Minuten und drei Stunden dauert, kann der Patient am nächsten Tag mit einem Spezialschuh aufstehen und belasten. Stationär bleib er zwischen zwei und vier Tagen im Krankenhaus. Es gibt auch Fälle, in denen die OP ambulant gemacht wird“, informiert der Fußspezialist, der die Operation an beiden Füßen gleichzeitig vehement ablehnt. „Das bringt nicht viel und die Thrombosegefahr ist wesentlich höher.“
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Eine zweite Operation ist, so Dr.Diab, nach sorgfältiger Abwägung der Risikofaktoren, das kleinere Übel.
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Drei bis vier Wochen müssen die Patienten besonders intensiv auf ihren operierten Fuß achten. Hochlegen und Kühlen ist angesagt. „Wer eine sitzende Tätigkeit hat, kann nach einer Woche schon wieder arbeiten, jemand der ständig auf den Beinen ist, muss mit drei bis vier Wochen Arbeitsunfähigkeit rechnen.
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