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Diabetes: was kann man dagegen tun?

Mehr als 4 Millionen Menschen leiden in Deutschland an Diabetes mellitus oder der Zuckerkrankheit, weltweit sogar über 330 Millionen. Wie kann Diabetes verhindert werden oder wie kann man trotz Diabetes weiterhin relativ uneingeschränkt leben? Im Folgenden werden einige Fakten über Diabetes zusammen gestellt und regelmäßig auftretende Fragen beantwortet.

1. Welche Arten von Diabetes gibt es?
2. Was sind die Ursachen für das Auftreten der Krankheit?
3. Was sind Behandlungsmethoden und wie wirken sie?
4. Woran kann ich eine Diabetes erkennen? Symptome und Indikatoren
5. Begleiterkrankungen von Diabetes
6. Neue Entwicklungen
7. Praktischer Hinweis


1. Welche Arten von Diabetes gibt es?
Die beiden Hauptformen von Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) sind der Typ-1-Diabetes und Typ-2-Diabetes. Diese haben ganz unterschiedliche Ursachen. Nur jeder Zwanzigste leidet unter der Typ-1-Diabetes. Diese Form beginnt in der Regel schon in der Jugend und ist erblich bedingt oder das Resultat von Viruserkrankungen. Ein bestimmtes Merkmal der weißen Blutkörperchen kann das Auftreten von Typ-1-Diabetes wahrscheinlicher machen. Dazu sind es vor allem Masern-, Mumps- und Grippeviren, die diese Diabetes-Art hervorrufen, und zwar auf folgende Weise: Ein Virus dieser Art löst bei bestimmten Personen eine Autoimmunreaktion aus. Das bedeutet, dass der Körper Antikörper gegen körpereigene Gewebestrukturen bildet. Dies ist ein Problem, da es bei dieser Krankheit zum Abstoßen wichtiger Insulinbildender Zellen der Bauchspeicheldrüse kommt. Langfristig kommt es dazu, dass der Körper von innen keine Insulinversorgung mehr gewährleisten kann.
Die Störung bei einem Typ-2-Diabetes vollzieht sich auf völlig andere Art und Weise. Hier kommt es zu einer Unfähigkeit der Zellen eines Betroffenen, das körpereigene Hormon Insulin zu verarbeiten. Das Insulin ist aber notwendig, um den Blutzucker (Glukose) zu verarbeiten. Die Insulinresistenz bewirkt einen dauerhaft erhöhten Blutzuckerspiegel, der wiederum den Insulinspiegel ansteigen lässt.  Die überbeanspruchten Insulinrezeptoren stumpfen auf die Dauer ab, so dass die Ausschüttung der Bauchspeicheldrüse an Insulin nicht mehr genügt, um den Blutzuckerspiegel senken zu können. Die Zellen der Speicheldrüse erschöpfen sich auf Dauer, so dass sich ein Diabetes mellitus entwickelt. Vor allem verkehrte Ernährungsgewohnheiten führen zu dieser Krankheit.
Es gibt auch Sonderformen von Diabetes wie die Schwangerschaftsdiabetes, die meist vorübergehender  Natur ist. 3 % der Schwangeren sind von dieser Diabetesform betroffen. Während der Schwangerschaft sind entweder eine Ernährungsumstellung oder eine orale Insulinzufuhr notwendig, um Komplikationen während der Schwangerschaft zu verhindern. Bei Frauen, die von Schwangerschaftsdiabetes betroffen sind, ist die Wahrscheinlichkeit jedoch erheblich höher, dass sie später im Leben eine normale Diabetes bekommen. Schwangeren Frauen wird eine Diabetes-Kontrolle in der 26.-28. Schwangerschaftswoche ans Herz gelegt.

2. Was sind die Ursachen für das Auftreten der Krankheit?
Es gibt unterschiedliche Ursachen für das Auftreten der Diabetes. Ein zentraler Faktor ist eine erbliche Vorbelastung. Beim Typ-1-Diabetes bricht die Krankheit meist schon in der Jugend aus. Sie wird ca. 5%iger Wahrscheinlichkeit auf die folgende Generation übertragen. Wenn beide Elternteile diese Disposition aufweisen, erhöht sich die Übertragbarkeitsprobabilität auf 20 %. Sind Vorbelastungen im Erbgut bekannt, sollte man sich frühzeitig bei Fachärzten Rat hinsichtlich präventiver Maßnahmen holen.
Der Typ-2-Diabetes ist zumeist die Folge falscher Ernährungsgewohnheiten. Übergewicht belastet im Besonderen die Prozesse des Stoffwechsels. Besonders das Übergewicht am Bauch, zurückzuführen auf Fettstoffwechselstörungen wie einem zu hohen Cholesterinspiegel, fördert die Gefahr der Diabetes. Ein hoher Cholesterinspiegel ist ebenso ein Risikofaktor wie Bluthochdruck. Es wird ersichtlich, dass die Diabetes durch Einflussfaktoren bedingt wird, die auch andere Krankheiten hervorrufen. Die Gegenmaßnahmen liegen wie so oft in einer Umstellung der Ernährung und einer intensiveren Bewegung. Denn Bewegungsmangel ist eine weitere Komponente, die die Diabetes-Wahrscheinlichkeit positiv beeinflusst. 

3. Was sind Behandlungsmethoden und wie wirken sie?
Die dauerhafte Erhöhung des Blutzuckerspiegels kommt durch einen Mangel an Insulin zustande. Die für die Insulinproduktion zuständige Bauchspeicheldrüse funktioniert nicht richtig. Deshalb muss hier kompensatorisch eingegriffen werden. Je nach Diabetes-Art werden bestimmte Schwerpunkte in der Behandlung betont.
Bei Typ-1-Diabetes wird das fehlende Insulin durch spezifische Insulinpräparate ersetzt. Die erforderliche Dosis ist abhängig von der Menge an aufgenommenen Kohlehydraten und dem Ausmaß an körperlicher Aktivität. Der aktuelle Blutzuckerspiegel wird vom Betroffenen gemessen. Dies lernt er in speziellen Kursen. Vor allem bei älteren Menschen sollten aber auch Angehörige in der Lage sein, den Blutzuckerspiegel feststellen und gegebenenfalls die richtigen Maßnahmen treffen zu können. Der Patient ist gezwungen, das künstliche Insulin bis zu seinem Lebensende von außen zuzuführen, denn es gibt noch keine Heilung dieser Krankheit.
Im Falle des Typ-2-Diabetes hat es der Betroffene sehr stark selber in der Hand, Maßnahmen zur Verbesserung seiner gesundheitlichen Situation zu treffen. Im Gegensatz zum Typ-1-Diabetes sind hier Störungen wieder rückgängig zu machen. Beispielsweise ist es für übergewichtige Patienten eine realistische Option,  durch Gewichtsabnahme den eigenen Blutzuckerspiegel zu normalisieren. Zu einer disziplinierten Lebensweise, die Diabetes abweisend wirkt, zählen weiter eine ausgewogene Ernährung, körperliche Aktivität, sowie der weitgehende Verzicht auf Alkohol und Nikotin. Gelingt es trotz einer verbesserten Lebensweise nicht, die Werte zu normalisieren, dann werden zusätzlich Medikamente (orale Antidiabetika oder Insulin) verabreicht. Dem Typ-2-Diabetiker wird zusätzlich empfohlen, vom Arzt verschriebene Diabetiker-Schulungen zu besuchen. Denn hier wird nicht nur der praktische Umgang mit Instrumenten zur Blutzuckermessung und Insulineinnahme gelehrt, sondern ein Überblick über die Ursachen der Erkrankung, Therapiemöglichkeiten und ein Leben mit Diabetes gegeben. Wer die Zusammenhänge kennt, dem fällt es sicherlich leichter, disziplinierte Maßnahmen zugunsten seines Körpers zu treffen als jemandem, der sich vom Arzt unter Druck fühlt, bestimmte Dinge unreflektiert tun zu müssen. Gesundheitsaufklärung ist ein zentraler Schlüssel auf dem Weg zu einer nachhaltigen Heilung von Typ-2-Diabetes!

4. Woran kann ich eine Diabetes erkennen? Symptome und Indikatoren
Während ein Typ-2-Diabetes nur mit unspezifischen Indikatoren wie Müdigkeit und Schwächegefühlen einhergeht, so lässt sich die Typ-1-Diabetes leichter erkennen. Charakteristisch für diese Diabetes ist eine starke Gewichtsabnahme innerhalb kürzester Zeit. Diese wird begleitet von Prozessen von Austrocknung, ständigem Durstgefühl und häufigem Wasserlassen. Die Stoffwechselprobleme zeigen sich außerdem in Form von Erbrechen und Bauchschmerzen. Begleitet werden diese unerfreulichen Symptome von allgemeinen Schwäche Erscheinungen wie Müdigkeit und Kraftlosigkeit, Seh-  und Konzentrationsstörungen. Auch Wadenkrämpfe sind nicht selten. 

5. Begleiterkrankungen von Diabetes
Ein dauerhaft hoher Blutzucker kann Folgeschäden an verschiedenen Geweben und Organsystemen verursachen. Blutgefäße, die Augen,  das Nervensystem und besonders die Nieren werden durch Diabetes langfristig erheblich geschädigt. In der Niere wird eine wichtige  Filterfunktion geschwächt, da Diabetes die Organzellen porös werden lässt. Ebenso führt ein erhöhter Blutzuckerspiegel zu mangelhaften Übertragungsprozessen zwischen den Nervenzellen. Da die Diabetes auf zellularer Ebene auftritt, potenziert sie weitere körperliche Defizite. Diabetes erhöht das Risiko von Tumorerkrankungen. Es ist also wichtig, die körperliche Gesamtsituation bei Diabetes regelmäßig im Blick zu haben.

6. Neue Entwicklungen
Kontinuierlich messende Glukosesensoren in Kombination mit einer Insulinpumpe erlauben es dem Patienten, seine Therapie selber zu steuern. Messung und Einstellung der einzunehmenden Insulinmenge können zeit- und bedarfsgerecht eigenständig durchgeführt werden. Dieses teure Verfahren befindet sich allerdings noch im Experimentierstadium.
Die Nadeln zur Einführung von Insulin (Pen-Nadeln) werden beständig weiter entwickelt. Sie werden immer dünner, wodurch die Zuführung immer weniger Schmerzen und Probleme bereitet. Neuartige Pens sind direkt gebrauchsfertig und passen auch in die kleinste Handtasche hinein, so dass der Patient die für ihn lebenswichtigen Instrumente immer dabei haben kann.

7. Praktischer Tipp
Eine Vertrauensbeziehung zwischen dem Patienten und  dem Arzt ist unerlässlich, damit der Patient trotz der Einschränkungen durch die Diabetes ein lebenswertes Leben führen kann. Eine regelmäßige Kontrolle des Blutzucker- und des Insulinspiegels sind von zentraler Bedeutung. Denn ein ständiger Unterzucker oder ein zu hoher Blutzuckerspiegel können Patienten auch psychisch negativ beeinflussen, da sie ständige Gefühle von Niedergeschlagenheit erzeugen können. Es gilt: Wer diese Krankheit hat, sollte ein neues Verhältnis zu und Interesse für seinen Körper entwickeln! Dazu erfordert die Krankheit eine Neuorganisation des Lebens im Beruf, Familie, beim Reisen etc. Denn Diabetes muss die Lebensfreude nicht beschränken. Dazu sind die Möglichkeiten der Behandlung heute viel zu gut. 
 

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