Depression im Alter lesen

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Im Herbst des Lebens wird der Herbstblues oft zur Ganzjahresdepression

Der Herbst – keine Jahreszeit ist so umstritten. Der goldene Herbst steht dem Herbstblues gegenüber, dunkelgraue Wolken  dem mystischen Nebel. Der Herbst ist ein Katalysator, durch den jeder sein gemütliches Zuhause schätzen lernt. Es gibt folglich wahre Herbstvorzüge und dennoch liegt über dieser Jahreszeit etwas Belastendes. Leicht genannt ist es der Herbstblues, für viele Menschen mit Depressionen die Hölle – besonders wenn sie selbst im Herbst des Lebens sind.

Gute Ratschläge ausprobieren

Der Herbst ist  bestens geeignet für stimmungsvolle Ausflüge, ausgiebige Kuscheleinheiten und viele gemütliche Stunden alleine oder mit Freunden. Vor allen Dingen Frischlufttanken ist angesagt. Und das kann jeder. Gerade fünfzehn Minuten am Tag genügen, denn unter Einfluss von Sonnenlicht produziert der Körper verstärkt Glückshormone. Außerdem wird bei Licht der Nervenbotenstoff Serotonin ausgeschüttet, der die Stimmung aufhellt. Selbst wenn es draußen bewölkt ist, lohnt sich ein kleiner Spaziergang. Denn das Sonnenlicht dort ist noch drei- bis viermal so stark wie die Zimmerbeleuchtung. Solarien sind hingegen genau das Falsche.

 

Heißes Bad unterstützt Kräfte tanken
Ein heißes Bad hilft, neue Kräfte zu tanken. Einfach kurz in die nächste Drogerie schlendern, aus der riesigen Auswahl an Duftvarianten das Lieblingsbad kaufen und dann nichts wie abtauchen unter einer riesigen Schaumdecke. Einen zusätzlichen Massageeffekt versprechen Badetabletten, die unter den Rücken gelegt werden und herrlich vor sich hinsprudeln.

Bei wem solche Ratschläge helfen, der sollte sich glücklich schätzen. Bei saisonal unabhängigen Depressionen sieht die Behandlung sehr viel komplexer aus – insbesondere wenn es ältere Menschen betrifft.

Altersdepression häufigste psychische Erkrankung

Noch immer sind sich die Experten nicht einig, ob sich mit steigendem Alter die Wahrscheinlichkeit, dass man an einer Depression erkrankt, automatisch erhöht. Manche Untersuchungen weisen eher auf einen Rückgang hin, andererseits zeigen Untersuchungen von Bewohnern von Altenheimen eine Häufigkeit von 30 bis 40 % an einer Depression Erkrankten. Tatsache ist, Altersdepressionen sind die häufigste psychische Erkrankung im Alter. Bedenkt man, dass der Bevölkerungsanteil der älteren Menschen immer mehr zunimmt, so gewinnt die Medizin in diesem Bereich deutlich an Bedeutung. Das gilt auch für die psychische Gesundheit älterer Menschen.


Ursachen für Depressionen

Neben all den glücklichen älteren Menschen, die es gibt,  zeichnen sich im Alter Faktoren ab, die eine Depression begünstigen können.
Auf der einen Seite ist das der Stoffwechsel im Körper. Die Produktion von roten Stoffen im Nervensystem. Das bedeutet, dass die Botenstoffe Dopamin, Noradrenalin und Serotonin abnehmen. Gleichzeitig nimmt der Spiegel des Monoaminooxid im Gehirn zu. Dieser Stoff ist verantwortlich für den Abbau der vorher genannten Botenstoffe. Für die Entstehung einer Depression im Alter kann also das Ungleichgewicht der Botenstoffe im Gehirn als eine mögliche Ursache verantwortlich sein.

Körperliche Schmerzen als Auslöser
Ein anderer Grund für eine Depression im Alter können eine körperliche Erkrankung oder auch Schmerzen sein. Je schwerer körperliche Erkrankung oder Schmerzen sind, desto ausgeprägter sind dann die depressiven Stimmungen. Dazu kommt noch, dass gegen diese Krankheiten oder Schmerzen häufig Medikamente eingenommen werden müssen, die nicht selten eine Depression oder depressive Verstimmungen als Nebenwirkung haben.

Lebenssituation im Alter
Ein weiterer Faktor für eine Depression im Alter kann die Lebenssituation als älterer Menschen generell sein. Wie bei jüngeren Menschen auch entsteht die Depressionen erst dann, wenn verschiedene Faktoren zusammen kommen. Da sich gerade im Alter Verlusterlebnisse, wie zum Beispiel durch den Tod des Partners und von Freunden, Kränkungen, eine gewisse Hilflosigkeit oder auch Hoffnungslosigkeit und die Erfahrung, dass man sein Leben nicht mehr alleine meistern kann, häufen, ist die Schwelle zu einer Depression relativ niedrig.
Besonders bei Frauen weiß man, dass es sie schmerzt, wenn die Kinder jetzt ihr eigenes Leben führen, eine eigene Familie gründen und die Eltern nicht mehr so brauchen wie bisher. Parallel dazu läuft bei Frauen oft der Ausstieg aus dem Berufsleben, da viele Frauen heutzutage erst spät ein Kind bekommen. Dadurch vereinsamen nicht wenige Frauen mit der Selbstständigkeit ihrer Kinder und wissen nichts mehr mit sich anzufangen.
Allerdings ist es statistisch auch belegt, dass mehr Männer sich im Alter das Leben nehmen.


Genau Diagnose ist notwendig
Bevor man eine Depression behandeln kann, muss man sie natürlich vorher erst diagnostizieren. Gerade bei älteren Menschen ist dies aber nicht ganz einfach. Ältere Menschen, die es oft nicht gewohnt sind, über ihre Gefühle zu reden, nennen oft die körperlichen Symptome einer depressiven Erkrankung. Sie klagen über Schlaflosigkeit, Probleme mit der Verdauung, Appetitverlust und Gewichtsverlust. Häufig führt der Hausarzt dann viele verschiedene Untersuchungen durch, ohne der Depression auf die Spur zu kommen.


Mischung aus Beschwerden
Gerade bei älteren Patienten ist häufig eine Mischung aus scheinbar körperlichen Beschwerden und psychologischen Symptomen von Angst bzw. Unruhe anzutreffen. An psychologischen Symptomen treten häufig eine übermäßige Besorgnis bzw. generalisierte Ängste und Grübelneigung (wiederkehrende negative Gedanken, die nicht aufhören), Ängstlichkeit und Ängste vor dem Alleinsein auf. Viele Patienten erscheinen unruhig und klagen über Konzentrations- und Gedächtnisprobleme. Aufgrund (vermeintlich) körperlicher Beschwerden wie Kurzatmigkeit und Engegefühl in der Brust, Hyperventilation oder anderer diffuser körperlicher Beschwerden werden häufig Haus- oder Notärzte alarmiert. Nicht selten entsteht hierdurch ein Bedürfnis nach besonderer Aufmerksamkeit bzw. Betreuung.

Wenn Sie also bei sich selbst oder einem angehörigen älteren Menschen bemerken, dass Sie oder er 

  • keine Energie mehr in sich  haben oder plötzlich unruhig sind
  • keinen Appetit mehr haben, Gewicht verlieren, nicht mehr schlafen können, ständig Verstopfung haben
  • plötzlich sehr vergesslich werden
  • ständig niedergeschlagen sind, traurig, hoffnungslos und sich überflüssig fühlen
  • sich nicht mehr freuen können
  • keinen Sinn in Ihrem Leben mehr sehen
  • Befindlichkeitsschwankungen während des Tages
  • Blasenstörungen
  • Muskelverspannungen
  • Flimmern vor den Augen und Sehstörungen
  • Funktionsstörungen von Magen und Darm, Atmung und Herzen- Kreislauf
  • Kopfschmerzen
  • Appetitlosigkeit, Übelkeit, Gewichtsverlust, Durchfall, Verstopfung, Erbrechen, Völlegefühl
  • körperliche Abgeschlagenheit
  • Schwitzen oder Frieren, kalte Hände oder Füße
  • ständige Müdigkeit
  • Schwindel
  • Gelenkbeschwerden
  • diffuse Schmerzen
  • Impotenz, Frigidität und einen Verlust des sexuellen Verlangens


sollten Sie daran denken, dass dies möglicherweise auf eine Depression hinweisen kann. Wie in jedem Alter ist eine Depression auch im höheren Alter behandelbar. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber, was man dagegen tun kann!
(Quelle: http://www.depressionen-depression.net/depressionen-bei-alten-menschen/start.htm)

Tatsache ist ...
Bei ungefähr 10 bis 15 Prozent aller älteren Menschen werden heute depressive Symptome festgestellt. In Alters- oder Pflegeheimen liegt der Anteil schon bei 30 Prozent. Dennoch wird nur bei etwa 10 bis 20 Prozent dieser Betroffenen eine Altersdepression diagnostiziert. Noch weniger werden entsprechend behandelt. Das haben Untersuchungen belegt.
(Quelle: web4health.info.de)


Bei ungefähr 10 bis 15 Prozent aller älteren Menschen werden heute depressive Symptome festgestellt. In Alters- oder Pflegeheimen liegt der Anteil schon bei 30 Prozent. Dennoch wird nur bei etwa 10 bis 20 Prozent dieser Betroffenen eine Altersdepression diagnostiziert. Noch weniger werden entsprechend behandelt. Das haben Untersuchungen belegt.

Behandlung von älteren Menschen ist schwierig
Viele alte Menschen leiden an verschiedenen anderen Erkrankungen und nehmen gegen diese Erkrankungen bereits Medikamente ein. Weil bei älteren Menschen aber die Organe nicht mehr so leistungsfähig sind, wie das bei jüngeren Menschen der Fall ist, wirken sich Medikamente anders aus. Bei den oft sehr verschiedenen Wirkstoffen kommt es nicht selten zu unerwünschten Wechselwirkungen. Die Verarbeitung der Medikamente im Körper und die Ausscheidung der Abfallprodukte sind deutlich verändert. Leider verlaufen Depressionen bei älteren Menschen häufig deutlich schwerer bzw. chronischer und sprechen weit weniger gut auf übliche Therapiemaßnahmen an. Sie werden häufiger mit biologischen Methoden behandelt, wobei zumeist verschiedene Medikamente zu Einsatz kommen. Hier kann der Wirkungseintritt jedoch länger sein und bisweilen Nebenwirkungen bzw. scheinbar paradoxe (nicht erwartete) Effekte auftreten.

Sorgfältige Auswahl der Medikamente

Bei der Altersdepression sollte bei der Therapie mit Antidepressiva einiges bei der Auswahl des Medikamentes beachtet werden. Die Dosierung sollte niedrig begonnen und langsam gesteigert werden können. Die Handhabung des Medikamentes sollte möglichst einfach und sicher sein. Bei der Wahl des Antidepressivums müssen mögliche Begleiterkrankungen, z. B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Parkinson, Demenz, Prostatahyperplasie oder Glaukom berücksichtigt werden.

Soziotherapie und Psychotherapie
Die Therapie der Altersdepression stützt sich aber nicht ausschließlich auf die medikamentöse Therapie der Depression und anderer Erkrankungen. Medikamente behandeln die körperlichen Aspekte der Erkrankung. Sehr wichtige Säulen der antidepressiven Therapie sind auch die Soziotherapie und die Psychotherapie. Psychotherapie kann in Einzel-, Paar-, Gruppen oder Familientherapie durchgeführt werden. Besonders häufig sind handlungsorientierte Verfahren, wie z. B. die Verhaltenstherapie erfolgreich. Ziel ist es, durch Entspannungsverfahren und systematische Desensibilisierung die Angst vieler alter Menschen abzubauen, schrittweise günstigere Verhaltensweisen einzuüben und so zu einer neuen Selbstsicherheit zu gelangen. Soziale Kontakte sollen verbessert und der Umgang mit Rückschlägen soll geübt werden.

Soziale Unterstützung für Patienten und Angehörige
Unterstützung für Angehörige, die Demenzkranke pflegen, hilft depressive Symptome zu reduzieren. Bei der
Psychotherapie müssen alterstypische Besonderheiten, wie Störungen des Sehens und Hörens und Einschränkungen des Gedächtnisses, berücksichtigt werden. Meist sind hier die Ziele enger umrissen sowie (dem Lebensalltag des Patienten und seiner Situation angemessen) klar begrenzt und fokussiert.

(Quellen: web4health.info.de, www lifeline.de , Der Mediziner 11/2008, OA Dr. Christian Jagsch Prim. Dr. Elmar Windhager, Psychiatrische Klinik Wels, blob.freenet.de)








 

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