Themen der vergangenen Monate lesen

Drucken

Generationen im Dialog

Die Kommunikation zwischen jung und alt wird gestärkt. Spaßfaktor ist garantiert:

Mediale Brücken zwischen Jung und Alt" ist ein bayernweites Modellprojekt des JFF - Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis, gefördert durch die Aktion Mensch. Hierbei werden die Potenziale der Medien für den intergenerativen Dialog genutzt und die Medienkompetenz bei den Teilnehmenden gefördert. 



Senioren bei der DJ Battle
Angesprochen werden im Projekt Jugendliche im Alter von 14 bis 20 Jahren sowie Seniorinnen und Senioren ab 60 Jahren. Der Dialog findet beim gemeinsamen Produzieren von multimedialen Produkten, bei der Auseinandersetzung mit Medien, Medieninhalten und Medienerfahrungen und besonders bei der Be- und Erarbeitung von Themen statt. Die bereits durchgeführten Projekte sind sehr vielfältig, vom Kochstudio bis zum DJ Battle.



Zum Beispiel: Altersbilder

Jung und sogar Alt kommen inzwischen so selbstverständlich wie erhofft in den Übungsraum. Freundliche und neugierige Begrüßungen vor allem generationsintern aber auch schon -übergreifend. Doch fällt auf, dass die Schüler mehr unter sich sind und dies auch ganz gerne bleiben. Wenn gemischte Gruppen ausgezählt werden sollen, sind sie nicht allzu begeistert davon, beugen sich aber schießlich doch der Spielregel und sind dann sehr hilfsbereit, kenntnisreich und schnell beim Zeigen und Weitergeben ihres teils beachtlichen Könnens.



Manchmal sie die Jungen zu schnell

Für die eine oder andere alte Dame manchmal zu schnell. Dann wird ganz pädagogisch und eifrig “Wiederholung” eingefordert. Erfolg stellt sich rasch ein, wieder ist ein Kontakt entstanden und eine Frage beantwortet: “Wie finde ich ein passendes Foto im Internet und integriere es in Text”?. Die Hürde wurde genommen.



Fotos hochladen wird selbstverständlich

Erste Video-Produkte aus vorhergehenden Sitzungen, zum Beispiel Stoptrick mit Hilfe des Programms Monkey Jam, werden fertig produziert. Produzenten und Zuschauer rekapitulieren den Entstehungsprozess, kritisieren, fragen nach, loben und gehen zum nächsten Punkt über: in dieser Sitzung zum Beispiel “Fotos hochladen”, für etliche Schüler schon eine Routine. Downloaden eines (kostenlosen) Programms wird für alle gezeigt, offenbar eine leichtere Übung, wenn man sich Chip-online anvertraut.



Konstanze vom Jff animiert an Hand von witzigen Beispielen zum qualitätvollen Fotografieren und zur Teilnahme an Fotowettbewerben, die begehrenswerte Preise (Kamera z.B.) ausschreiben wie den KinderFotoPreis etwa. Wichtiger Hinweis dabei:
Sich ein Thema stellen, dies in die passende Bildsprache umsetzen und das Überraschende und Ungewöhnliche bevorzugen! Also
Klischees vermeiden. Ferner eher langsam agieren und auf Hintergrund, Schärfeneinstellung sowie Formate und die beste Perspektive achten – ganz schön viel! Knipsclubs und Fotocommunities in Netz laden zum Mitmachen ein. Das Familienministerium lockt mit einem Themenwettbewerb, Motto: “Was heißt schon alt?” Sollen wir uns etwa beteiligen? Ja.



Alt und jung wachsen zusammen
Blitzschnell sind die Kameras in den kleinen Händen. Die Senior-Models präparieren sich eher zögerlich für ihre Rollen im Freien auf Gras und unter Bäumen. Sie waren nicht fix genug um selbst die Initiative und damit die Kameras zu ergreifen. Doch alle marschieren fröhlich ins Freie, packen statt dessen ein jugendliches Attribut, zum Beispiel einen kleinen und schicken Pausenhofroller, und grübeln nebenher: “Was heißt schon alt”? Jetzt sind die Gruppen gut gemischt, Macherqualitäten setzen sich durch, manches Foto wird für gut befunden. Zurück im Seminarraum folgt “Bilder hochladen, drehen, aussuchen, benennen, etc.”.



Riesenspaß ist eine Kochsendung
Um eine generationsübergreifende und dazu internationale Live-Kochsendung auf die Bühne zu bringen, haben 21 SchülerInnen und 10 SeniorInnen im Mehrgenerationenhaus in Fürstenfeldbruck-Buchenau eine ganze Woche hart zusammen gearbeitet. Durch den Umgang mit Kameratechnik, Fernsehbühnenbau und dem Produzieren von Fernsehbeiträgen vertieften sie gemeinsam ihre Medienkompetenz – und gewannen dabei erstaunliche Erkenntnisse über sich und die anderen..



Der erste Tag
Zunächst hielten die beiden Gruppen noch Abstand voneinander, aber das Eis wurde schnell durch gemeinsame Kennenlernrunden und erste Ideensammlungen zur angestrebten Produktion einer eigenen Kochsendung gebrochen. Bei der ersten Überlegung zum Inhalt einer Kochsendung nahmen die TeilnehmerInnen ihre Rolle als Fernsehzuschauer ein und fanden mehrheitlich, dass eine Kochsendung vor allem lustig und unterhaltsam sein soll, außerdem ist ein leckeres, aber einfaches Gericht wichtig und Informationen zu den Lebensmitteln sind ebenfalls unabdingbar: ab Dienstag stand fest, dass sich die Zuschauer später auf polnisch-arabisches Gulasch mit türkischem Fladenbrot freuen durften.



Gemeinsames Lernen und Ausprobieren in den Workshops

In den folgenden drei Tagen arbeiteten die KöchInnen, ModeratorInnen, Journalisten, Techniker und BühnenbauerInnen auf Hochtouren in ihren jeweiligen Workshops.
Die Gruppe der Bühnenbauer wurde von der Fernsehszenenbildnerin Bettina Zirngibl angeleitet, die auf die Bedeutung von Farbe und Tiefenperspektive im Fernsehen aufmerksam machte. Dabei wurde deutlich, wieso einige Showmoderatoren meist glitzernde schrille Anzüge tragen. „Alles was glänzt und glitzert, sollte in Reichweite des Kamerabildes gestellt werden. Materialien wie Glas, das spiegeln und das Licht zurück werfen könnte, gehören eher nicht ins Bild“.



Doppelmoderation vom Feinsten
Auch das generationenübergreifende Moderatorenteam Zubaidah und Helmut, sowie die Gruppe der KöchInnen wurden durch die Führung der BR-Moderatorin Ulrike Ostner zu lauten, präsenten Bühnenrednern getrimmt. Die anfangs schüchterne Truppe hatte ihre Hemmungen auf der Bühne bis zum Aufführungstag durch Sprechübungen und Trainieren der Körpersprache längst abgelegt.
Während es in diesen Workshops also eher körperbetont zuging, feilten die Journalisten unter der Leitung von Thomas Kupser daran, die Sendung mit Inhalt zu füllen. Sie erarbeiteten Interviews und filmische Beiträge zu Themen wie Essen früher und heute, Gesundes Essen, Essen als ein Stück der Kultur und andere Fragen. Dabei wurde sofort deutlich, wie produktiv die generationsübergreifende Gruppe zusammen arbeiten kann.
Damit die Beiträge später auch problemlos gezeigt werden konnten, und das Publikum die KöchInnen auch verstehen würde, arbeiteten die Techniker an der Perfektionierung von Kameraführung, Ton, und einer gut ausgeleuchteten Bühne. Ilona Herbert, ebenfalls vom JFF in München, erklärte den jungen Kameramännern, wie sie für den genauen Ablauf der Sendung stehen, filmen und den Ton regulieren sollten. Außerdem unterstützte das Team die Journalisten beim Dreh der Interviews für die Beiträge, die später die Live-Sendung auflockern würden.



Der Tag der Wahrheit

Am fünften und letzten Tag der Woche hatte sich der Bühnenraum, dank der eifrigen Mithilfe der Bühnenbautruppe und des Technik-Teams in ein ausdrucksvolles Fernsehstudio verwandelt, das in der Dekoration die Internationalität als Motto der Sendung und des zuzubereitenden Gerichts widerspiegelte.
Die Live-Kochsendung startete mit etwas Verzögerung, wurde aber ein voller Erfolg. Das Publikum, das zumeist aus Mitschülern, LehrerInnen und Angehörigen der Teilnehmer bestand, amüsierte sich und durfte am Ende von dem leckeren Gulasch probieren. Und während die Köche also über das Gelingen des Gerichts wachten, amüsierten sich die Zuschauer über die Einspieler, zu denen türkische Tee gereicht wurde. Am Ende waren die Gäste satt und begeistert, die KochsendungsproduzentInnen stolz und erleichtert.



Und wie weiter?

Annette Koller lobte nach dem Abschluss der Woche das Projekt „Kochen mit Oma und Ömer“ als eines der erfolgreichsten generationenübergreifende Projekte in ihrem Haus. „Genau das wünschen wir uns alle immer so sehr, dass die Menschen miteinander reden und voneinander lernen können. Es ist das Schönste, wenn die gemeinsame Arbeit zum Austausch der Generationen untereinander führt.“ Dass der Austausch in diesem Projekt so gut gelingen konnte, lag zum großen Teil an den gemeinsamen Gewohnheiten der



Kochsendungen lieben alle
Es stellte sich schon zu Anfang heraus, dass beide Gruppen gleichermaßen Kochsendungen ansehen und von ihnen vorzugsweise unterhalten werden wollen. Sicher scheint nach dieser Woche, dass die TeilnehmerInnen, die nun selbst zu ProduzentInnen geworden sind, ihre Lieblings-Unterhaltungsshows von jetzt an mit anderen Augen an- und durchschauen werden. Aber nicht nur der eigene Medienkonsum wurde reflektiert und bewertet. Die Gruppe betonte zudem, dass sie in Zukunft vor allem Vorurteile gegenüber Älteren bzw. Jüngeren abbauen wollen und versuchen werden, mehr miteinander als übereinander zu reden. Diesen offenen Umgang miteinander während des Projekts wollten sie auch in den Alltag integrieren.

 

http://www.generationenimdialog.de/

 

Volltextsuche

Newsletter

Tragen Sie sich hier fr unseren Newsletter ein

Buchtipp