Die große Abzocke lesen

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Wer ist nicht schon einmal davon betroffen worden: Spam-Mails versprechen den großen Gewinn und locken in teure Abonnements oder Telefon-Hotlines. Anrufe von kommerziellen Anbietern reizen mit Angeboten und verführen Leute, die sie gezielt auf dem falschen Fuß erwischen. Automatische Anrufe belästigen einen zu Hause. Werbe-SMS versprechen Gewinne, wenn man eine SMS zurück schreibt. Auch Partner-Portale locken sie dazu, sehr teure SMS zu verschicken. Dabei sind die Kontaktanzeichen meist nicht real, wie auch die Stiftung Warentest festgestellt hat. Die Zahl der Betrugsversuche nimmt erheblich zu. Hier ist Vorsicht geboten. Deshalb werden wir ein paar Methoden vorstellen.

 

Senioren sind anfällig
Gerade, weil Senioren oft das Medium Internet noch nicht so gut kennen, sie sind besonders anfällig für dubiose Angebote. Wenn Menschen wenig Aufmerksamkeit bekommen und keine erfahrenen Leute um sich herum haben, die das Internet mit allen Möglichkeiten und Tücken kennen, dann sind sie leichte Opfer für Betrüger. Selbst erfahrene Geschäftsleute sind schon in die Fänge von Netz-Betrügern geraten. Auf Youtube gibt es unter AbzockTV (Link s. u.) eine Sammlung an Sendungen über die Praktiken der Betrüger und auch Wege, damit umzugehen. Insgesamt gilt jedoch: Geben Sie keine Daten von sich preis, wo es nicht notwendig ist. Und vor allem: Zahlen Sie nicht nachvollziehbare Rechnungen in keinem Fall. Die Betrüger kalkulieren mit Ihrer Panik, durch Zahlung angebliche Verpflichtungen zu tilgen. Im Gegenteil: Zahlen Sie einmal, dann bleiben Sie ewig an der Angel solcher dubioser Geschäftemacher.

 

Arten von Fallen
Wie gehen diese Betrüger vor? Sie missbrauchen tiefere Wünsche von Menschen und bieten billige und scheinbar plausible Lösungen an.

Glücksspiele: Wer möchte nicht etwas gewinnen und sich einen Traum erfüllen, den er sich so nicht leisten könnte wie eine Kreuzfahrt? Und wer wird nicht hellhörig, wenn leichte Gewinne versprochen werden? Oder wer möchte nicht ein Auto gewinnen? Per Email kommen Meldungen wie "Sie haben gewonnen. Um Ihren Gewinn abzuholen, müssen Sie nur folgende Nummer anrufen. 01805…". Wer unerfahren in diesen Dingen ist, der gerät durch seinen Anruf in eine Endlosschleife und erfährt erst auf seiner Telefonrechnung, dass er dafür 1,99 Euro pro Minute zahlen musste. Der Wunsch nach Gewinn wird so zu einem teuren Vergnügen.


Im Internet und per Anruf gibt es Abo-Fallen. Die neueste Masche ist es, Produkte zum Test anzubieten (zum Beispiel Forschungsgruppe Profana). Dabei wird versprochen, dass man hochwertige Produkte erst einmal gratis testen darf, um bei Zufriedenheit ein Abonnement zu beginnen. Denn der angebliche Warenwert der zu testenden Produkte übersteigt die Abo-Gebühr scheinbar um ein Vielfaches. Wenn Sie am Internet oder am Telefon Ihre Adresse angegeben haben, dann kriegen Sie kein teures Handy zum Test, das sie behalten dürfen, sondern eine teure Abonnement-Rechnung, der Sie angeblich zugestimmt haben. Also: Niemals am Telefon die Adresse weiter geben. Auch auf keinen Fall die Konto-Nummer angeben, das ist besonders fatal. Auch bei Gratis-Downloads im Internet ist Vorsicht geboten. Betrugsfirmen wie Opendownload schicken auch eine Abonnement-Rechnung. In der Regel reicht es, nicht zu reagieren auf dubiose Rechnungen! Bei jeder Art von Werbe- oder Umfrageanrufen am Besten sofort auflegen. Unhöflich sein kann viel Geld sparen!

Partnerschaftsportale sind Ausdruck der Sehnsucht von Menschen nach Beziehungen. Aber auch hier liegt meist Missbrauch vor. Sie kriegen von einer netten Frau oder einem netten Mann eine Email; was im normalen Leben nicht klappt, scheint auf einmal wahr zu werden. Jemand will Sie kennen lernen. Aber Vorsicht! Ein idealer Typ, reich und schön, will in Ihr Leben eindringen. Sie müssen nur anrufen (teuer!) oder einige persönliche Daten preisgeben, die teuer werden können. Geben Sie unrealistischen Angeboten niemals nach. Denn meist steckt hinter dieser reizvollen Person keine echte Person, sondern eine Fiktion, die der sie anrufende Betrüger für seine Ziele benutzt.


Was ist zu tun?
Wenn Sie einen Anruf bekommen, dann geben Sie nichts preis. Lassen Sie sich den Namen und die Festnetz-Durchwahl eines Mitarbeiters der Firma geben, die sie angerufen hat. Dann prüfen Sie die Daten über die Firma im Internet. Fast immer taucht unter der genannten Firma gleich ein ganzes Bündel Missbrauchsgeschichten auf, dann wissen Sie, was los ist. Oder die Rückruf-Nummer funktioniert nicht.
Sie sollten sich an Verbraucherschutzzentralen wenden und bei der Bundesnetzagentur den Missbrauch auf einem Formular melden. Dazu sollten Sie die Korrespondenzen aufheben. Aber in der Regel gilt: Solange man nichts überweist, kann nicht viel passieren. Im unwahrscheinlichen Fall, dass ein Mahnbescheid bei einer (unberechtigten) Forderung kommt, ist der Widerspruch sofort auszufüllen. Selbst vor Gerichtsverhandlungen sollte man keine Angst haben. Denn zu solchen kommt es nicht. Bei diesen Betrugsfirmen ist eines klar: Sie scheuen die Öffentlichkeit einer Gerichtsverhandlung wie der Teufel das Weihwasser. Es ist kein einziger Fall im Internet zu finden, wo jemand gegen eine Abzock-Firma ein teures Gerichtsverfahren verloren hat. Ich selber habe gegen einige dieser Firmen ein Strafverfahren laufen. Die Politik ist aufgerufen, klarere Richtlinien gegen diese Firmen durchzusetzen.

Weblinks:
Bundesnetzagentur

 

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