Globetrotten im Alter - Immer mehr Menschen entdecken im fortgeschrittenen Alter die Lust am Reisen. Mit 80 Jahren um die Welt - nichts spricht dagegen. senioreninfo.de gibt hier einpaar Tipps für die richtige Reisevorbereitung und eine gesunde Wiederkehr.
Ein wichtiger Punkt bei Auslandsreisen ist der Abschluss einer Auslandskrankenversicherung. Jeder kann während der Reise einmal krank werden. Dies kann im Ausland sehr teuer werden, denn die gesetzliche Krankenkasse kommt für Kosten im Ausland nicht auf, es sei denn es besteht mit dem betreffenden Land ein Krankenversicherungsabkommen. Grundsatz, insbesondere für ältere Menschen, keine Reise in das Ausland ohne Auslandskrankenversicherung mit Rücktransportabsicherung.
Niemand denkt gerne daran, dass er auch im Urlaub krank werden könnte. Doch Sorglosigkeit im Zusammenhang mit der Gesundheit kann sich gerade im Alter bitter rächen. Die Anpassung an ein anderes Klima und die Umstellung auf die neue Umgebung fällt im Alter schwerer. Bereits in der Planung sollte alles genau bedacht werden um zu vermeiden, dass die Heimreise angeschlagen angetreten wird.
Für ältere Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen oder chronischen Leiden empfiehlt sich immer ein Arztbesuch vor der Reise. Wichtig ist es bereits bestehende Gesundheitsprobleme genau zu kennen. Leidet ein Patient etwa an einer Erkrankung der Herzkranzgefäße oder an einer Lungenkrankheit, sollte von einem Arzt festgestellt werden ob dem Betreffenden ein Ortswechsel überhaupt zugemutet werden kann. Es sollte eine Reisefähigkeitsprüfung gemacht werden.
Je nach Ausgang dieser, sollte die Planung des Reiseprogramms unter den gesundheitlichen Gesichtspunkten erfolgen.
- Welche Strapazen birgt die Reise?
- Welche Komplikationen können sich aufgrund der körperlichen Konstitution ergeben?
- Kann das Reiseprogramm eventuell umgestellt werden? (ein Herzkranker der eine Reiserroute durch die Anden wählt sollte vielleicht den Reiseabschnitt in dem es über 6000 Höhenmeter geht weglassen)
- Haben Sie alle wichtigen Medikamente in ausreichendem Masse dabei? (Bei Diabetes unbedingt darauf achten, dass die Insulinmenge optimal eingestellt ist.)
Ist die Entscheidung für ein Urlaubsziel gefallen sollte man sich unbedingt mit seinem Hausarzt betreffend der Schutzimpfungen in der ausgewählten Region, in Verbindung setzen.
Die Kombination bestimmter vor bzw. während einer Reise einzunehmender Arzneimittel kann Nebenwirkungen hervorrufen. Hier ist es von Vorteil so Sie sich an den Hausarzt wenden, denn dieser kennt ihre anderen Medikamente die Sie einnehmen. Bezüglich des Impfschutzes gelten für ältere Menschen dieselben Kriterien wie für Jüngere. Hier sollte zu den üblichen Schutzimpfungen die zum Teil auch daheim benötigt werden den speziellen Erkrankungsrisiken im Urlaubsland vorgebeugt werden. Zu bedenken ist das Gefahren nicht nur in exotischen Ländern lauern. Bereits beim Wandern in Österreich kann man sich eine durch Zecken übertragene Gehirnhautentzündung einhandeln. (Hier empfiehlt der Mediziner eine FSME-Vorbeugung.) Generell wird für ältere Menschen empfohlen sich jährlich die Grippeschutzimpfung und die im Abstand von fünf bis zehn Jahren durchzuführende Impfung gegen Pneumokokken geben zu lassen. Pneumokokken sind die Erreger der Lungenentzündung. Die Ansteckungsgefahr ist insbesondere bei Gruppenreisen und auf Kreuzfahrtschiffen erhöht.
Reisethrombose Vorbeugen Nicht nur auf Langstreckenflügen, auch im Auto, Bus oder Bahn verlangsamt Bewegungsmangel durch beengtes Sitzen, geringe Flüssigkeitsaufnahme und herabgesetzte Luftfeuchtigkeit den Blutfluss in den Beinvenen. Leicht kann sich ein Gerinnsel bilden. Der Thrombus verstopft ein Gefäss, wodurch für den Organismus ein lebensbedrohlicher Zustand entstehen kann. Personen über 60 Jahre haben ein erhöhtes Thromboserisiko speziell so sie rauchen, übergewichtig sind oder Hormonpräparate einnehmen. Wer erst vor kurzem operiert worden ist, an Krebs leidet oder einen gelenkübergreifenden Gipsverband trägt setzt sich auf Langstreckenreisen einem sehr hohen Thromboserisiko aus. Hier sollte ein Aufschub der Reise auf einen späteren Zeitpunkt in Betracht gezogen werden. Ganz wichtig ist in all diesen Fällen eine individuelle Beurteilung durch den Arzt, um abzuklären ob ein Tragen von Stützstrümpfen zur Vorbeugung ausreicht oder niedermolekulare Heparine verabreicht werden müssen. Der Reisende selbst sollte folgende Vorsorgemassnahmen treffen: - Aufstehen und Gehen im Transportmittel - Kreisen der Füsse bzw. Anheben der Oberschenkel - ausreichende Flüssigkeitszufuhr - verzichten Sie auf koffeinhaltige Getränke und Alkohol
Besondere Bedürfnisse Ist Ihre Mobilität eingeschränkt, benötigen Sie Hilfe beim Ein- und Aussteigen oder medizinische Betreuung während der Reise geben Sie dies unbedingt bereits bei der Reisebuchung bekannt. Beachten Sie das Sie für die Dauer der Reise eine ausreichende Ausstattung an regelmäßig einzunehmenden Medikamenten dabei haben. Bei Flugreisen empfiehlt es sich, die Hälfte der Medikamente in den Koffer zu packen und die andere Hälfte im Handgepäck bei sich zu tragen, für den Fall, dass der Koffer oder das Handgepäck verloren gehen. Damit es an der Sicherheitskontrolle keine Probleme gibt, sollten Medikamente original verpackt sein und Patienten ein Attest in deutscher und englischer Sprache mitführen, aus dem hervorgeht das aus medizinischen Gründen auf die Utensilien im Handgepäck nicht verzichtet werde kann.
Zeit zum Eingewöhnen Gerade für Senioren ist es wichtig dem Körper Zeit zur Akklimatisation zu geben. Diese kann bis zu einer Woche dauern und in dieser Zeit sollte man dem Körper nicht zuviel zumuten. Leider begehen viele einen grundlegenden Fehler: Sie unternehmen zuerst die anstrengenden Rundreisen und Besichtigungstouren und erholen sich erst danach beim Badeaufenthalt. Die umgekehrte Reisefolge wäre ratsamer und, vor allem der Gesundheit zu liebe, sinnvoller. In tropischen Ländern sind die Lebensmittel und das Trinkwasser oft mit Krankheitserregern verunreinigt. Am besten hält man sich an die Maxime: "cook it, peel it or forget it". Dies soll heissen nur gekochte Speisen und geschälte Früchte zu essen und bei Getränke auf original verschlossene Flaschen zurückzugreifen.
Nach der Reise Jeder Urlaub oder jede Reise geht einmal zu Ende. Zurück zu Hause kann eine Nachsorge-Untersuchung ratsam sein. Tritt nach der Heimkehr Fieber auf, sollte unverzüglich einen Arzt aufgesucht werden.
Ansonsten gilt um die im Urlaub geschöpfte Kraft möglichst lange zu erhalten, sollte nach der Rückkehr nicht sofort gleich wieder voll in das tägliche Tun eingestiegen werden, sondern auch daheim zunächst einige Akklimatisations-Tage einlegen.
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